Federn und Gelenke prüfen
Grundsatz: Torantriebe sind nicht dazu da, Tore mit halblahmen Federn oder defekter Mechanik zu bedienen. Deshalb müssen defekte Federn immer ersetzt werden. Im Bild sehen Sie 2 Federn die an den mit Pfeilen gezeichneten Stellen defekt sind. Diese Federn haben einen Teil ihrer Zugkraft verloren, in den meisten Fällen ist eine Feder am Tor stärker schadhaft, durch die ungleiche Zugkraft streift das Tor seitlich, dadurch wird zusätzlicher Kraftaufwand nötig um das Tor zu heben. Zum Erreichen einer gleichmäßigen Zugkraft müssen Federn immer paarweise ersetzt werden.
Garagentore werden oft sehr vernachlässigt, wie man unschwer an den defekten Drehpunkten sehen kann. (Denken Sie mal darüber nach wann Sie das letzte Mal die Gelenke und Laufrollen beim eigenen Garagentor geschmiert haben). Es sind bei diesem Gelenk nicht nur die Bohrungen sehr stark ausgerieben, nach der Demontage sind die Schäden an den Bolzen sichtbar, die teilweise nur noch 2-3 mm stark waren. Wenn alle halbe Jahre diese Gelenke mit Öl geschmiert werden treten diese Schäden nicht auf. Bitte kein Fett verwenden, nur Öl dringt in die Bohrungen ein. Außerdem läuft das Tor mit geölten Gelenken leichter und leiser.
Federn messen
Zum Besorgen und Ersetzen der Federn benötigen Sie die genauen Abmessungen. Die wichtigsten Maße sind Drahtstärke = d, Außendurchmesser= De und Gesamtlänge= Lo. Beachten Sie beim Messen der Drahtstärke auch 1/10 mm zu berücksichtigen, es gibt Federn z.B. mit 6,3 mm und 7,5 mm Drahtstärken usw. Bei 98% der Federn wird die im Bild gezeigte sogenannte deutsche Öse verwendet. Bei sehr alten Toren kann es noch andere Ösenformen geben. Um unnötige Kosten zu vermeiden ist es ratsam die normale Öse zu verwenden, eventuell müssen die Aufhängungen geändert werden. Mit normalen Ösen sind viele Abmessungen ab Lager lieferbar. Die Ösen können mit einer Flex oder Eisensäge bei Bedarf 1-3 cm geöffnet werden. Sonderanfertigungen sind möglich doch sehr teuer. Bei defekten Federn dürfen Sie nicht einfach die Länge messen. Am besten Sie zählen die Windungen x Drahtdurchmesser nun haben Sie die Länge der Wicklung + 2x die Ösenhöhe = Lh, die Ösenhöhe wird innen gemessen. Zum Beispiel:  Drahtstärke 8,0 mm, Außendurchmesser 60 mm, Windungszahl 48. Ergibt 48 x 8,0 = 384 mm + 2 x 50 mm Ösenhöhe = 100 mm. Gesamtlänge somit 384 + 100 = 484 mm.

Bestellmaße somit: Drahtstärke 8,0 mm, Außendurchmesser 60 mm, Gesamtlänge 484 mm. Da die meisten Feder-aufhängungen auf einer Seite mit Verstellschrauben ausgestattet sind haben Sie nun die Möglichkeit mit der Gesamtlänge im Rahmen der Verstellmöglichkeiten zu variieren. Sollten Sie in unserem Shop keine passende Feder finden, kontaktieren Sie uns über eine Email Anfrage mit den gewünschten Federabmessungen.

Federn bestellen

Deckenabstand und Laufweg messen
Beim Öffnen des Tore wird der minimalste Abstand des Tores zur Decke gemessen, wird erreicht nach ca. 1/4 der Öffnung. Ist das Maß kleiner als vom Hersteller des Antriebes verlangt gibt es verschiedene Abhilfemöglichkeiten. Ist das Maß zu groß muß der Antrieb abgehängt werden, auch da gibt es viele verschiedene Möglichkeiten. Die meisten Torantriebe benötigen einen minimalen Abstand von 38 - 60mm. Ist der Abstand nur minimal kleiner zum Beispiel anstatt der verlangten 38mm nur 30mm besteht bei den meisten Toren die Möglichkeit die Laufschienen hinten an der Aufhängung (Bild oben) weiter abzuhängen. Bei weniger Platz ist es notwendig den Antrieb zurückzusetzen und eine Verlängerungsstange zu montieren (Bild unten). Bei sehr kurzen Garagen kann es dann notwendig sein den Antrieb zu kürzen. (Ein kürzen des Antriebes ist nicht bei allen Herstellern möglich). Ist der Deckenabstand zwischen offenemTor und Decke größer als das Maß das der Antriebshersteller vorgibt muß der Antrieb abgehängt werden. Das Maß zwischen den Laufrollen bei geschlossenem und geöffnetem Tor ergibt den Laufweg des Tores. Für Torhöhen bis 2,5 mtr. reicht der Laufweg der meisten Antriebe aus. Für größere Tore mit Laufwegen über 2,5 mtr. gibt es die Möglichkeit die Laufschienen zu verlängern. (Nicht bei allen Herstellern möglich).
Sturztiefe prüfen
Bei den meisten Garagen ist das Tor an der inneren Sturzkante montiert. Auf dem Bild sehen Sie eine Tormontage bei der das Tor an der äußeren Sturzkante montiert ist, und zwischen Tor und Sturz zuwenig Platz ist um den Antrieb zu montieren. Die Sturztiefe sehen Sie an der Länge der roten Linie ca. 25 cm. Der Antrieb wird nun am Sturz innen montiert dadurch ist eine zusätzliche Verlängerung des Führungsarmes notwendig. Diese Verlängerung kann in der Länge variabel montiert und somit der Sturztiefe angepaßt werden.
Notentriegelung
Bei Garagen ohne Seitentür oder Schlupftüre ist zwingend eine Notentriegelung zu montieren, im Falle eines Stromausfalles haben Sie sonst keine Möglichkeit die Garage zu öffnen. Möglich sind auch Blitzeinschläge ins Stromnetz, diese können die Elektronik beschädigen und ohne Notenriegelung sind Sie dann ausgesperrt.

Ist ein Schloß vorhanden und der Schlüssel dazu, wird das Schloß (Bild oben) mit dem Führungsschlitten (Bild mitte) des Antriebes durch einen Seilzug verbunden. Durch entsperren des Schlosses und Drehen des Griffes wird der Führungsschlitten von der Antriebskette entkoppelt, und das Tor kann manuell geöffnet werden.

Ist kein Schloß vorhanden oder kein funktionierendes, kann ein Steckschloß montiert werden. Dieses ist auch mit dem Führungsschlitten durch ein Seil verbunden. Zum Entriegeln des Antriebs wird das Steckschloß entsperrt, und mit dem Seil herausgezogen. Im unteren Bild ein Steckschloß von der Torinnenseite gesehen.

Benötigte Zugkraft feststellen
Bis 7 qm
Keasy L+
Bis 8 qm
Axorn 65 PRO+
LiftMaster600
Bis 10 qm
Keasy XL+
Bis 12 qm
Axorn 85 PRO+
LiftMaster800
mehr als 12 qm
Axorn 100 PRO+
LiftMaster1000
Die richtige Zugkraft festzustellen ist ohne Erfahrung schwierig. Für einen Kraftsportler ist ein Tor das 80 kg Zugkraft benötigt leicht während es einem älteren Menschen schwer vorkommt. Bei der Wahl der Zugkraft ist immer auch eine Reserve mit einzurechnen da bei Frost die Gelenke des Tores und der Antrieb schwergängiger sind und dann mehr Kraft benötigen als zum Beispiel im Sommer. Die folgenden Beispiele sind für eine Torhöhe von 2,4 mtr. gerechnet. Bei Fertiggaragen mit Blechtoren bis 2,50 mtr. Breite oder mit leichter Holzverkleidung genügen Antriebe mit 50 kg Zugkraft. Bei Toren bis ca. 4,00 mtr. Breite mit Blech-oder Holzbeplankung die auf einen Stahlrahmen oder Holzrahmen aufgeschraubt ist, sind immer Antriebe mit 70-80 kg Zugkraft zu verwenden. Bei Toren über 4,00 mtr. Breite ist ein Antrieb mit 80-100 kg Zugkraft erforderlich auch wenn das Tor sich leicht bewegen läßt, diese Tore haben durch das Gewicht bei einem Zwischenhalt einen starken Nachlaufeffekt der die mechanischen Teile des Antriebes stark belastet, und damit bei einem zu schwachen Antrieb die Lebensdauer stark verkürzt. Große Tore ab 5 mtr. Breite sollten mit einem Antrieb der 100 Kg Zugkraft hat ausgestattet werden. Die Firma SOMFY gibt qm Zahlen für die Auswahl der Antriebe an, immer mit der Voraussetzung daß die Tore leichtgängig und gut ausbalanciert sind, allerdings erscheinen mir diese qm Zahlen zu hoch. Damit ist aber auch nur eine Annäherung an den tatsächlich benötigten Antrieb möglich. Kaufen Sie einen genügend starken Antrieb und es wird sich über die längere Lebensdauer und weniger Störanfälligkeit auszahlen. Links sind meine eigenen Empfehlungen wobei ich die qm Angabe als Obergrenze betrachte.

Ist Schlupftür vorhanden

Sollte im Tor eine Schlupftür vorhanden sein, ist es notwendig eine Sicherung einzubauen die ein Einschalten des Antriebes, und damit ein Öffnen des Tores verhindert wenn die Schlupftür geöffnet ist Dazu wird ein Schalter (Bild links unten) mit Öffnerkontakten am Tor so montiert das diese beim Öffnen der Schlupftür den Stromkreis unterbrechen und damit ein Einschalten des Antriebes verhindern. In den meisten Schaltern sind 2 Kontaktpaare (Schließer und Öffner), das Kabel wird an den Öffnerkontakten angeschlossen, das sind bei gedrücktem Schalter die geschlossenen Kontakte. Um diesen Stromkreis herzustellen ist eine Verbindung zum Antrieb nötig der flexibel gestaltet werden muß. Die beste Lösung ist die Verwendung eines Spiralkabels (Bild oben) das vom Schalter zur Decke oder zur Seitenwand in eine Abzweigdose geführt wird (Bild unten rechts), und von da zum Antrieb mit einem 2 adrigen Kabel angeschlossen wird. Am Antrieb befinden sich 2 Anschlussklemmen die im Auslieferzustand mit einer Drahtbrücke überbrückt sind, diese Drahtbrücke entfernen und nun die Adern des Verbindungskabels anschließen. Bei geschlossener Schlupftür sind die Kontakte verbunden, der Antrieb kann betätigt werden. Wird die Schlupftür geöffnet ist die Verbindung durch den Schalter unterbrochen und der Antrieb kann nicht mehr betätigt werden.
Ist Anschlagschiene und Bodenfreiheit in Ordnung
Das Tor muß unten Bodenfreiheit haben, es darf nicht am Beton streifen, sonst sind Probleme beim Öffnen und Schließen vorprogrammiert. Bei Frost heben sich die Betonplatten gerne einige Millimeter an, wenn dann zu wenig Bodenfreiheit ist schaltet der Antrieb ab da zu viel Kraft benötigt wird. Bei vielen Toren sind die unteren Querrohre durch Rost verdickt, diese müssen abgeschliffen oder ausgetauscht werden. Die Anschlagschiene und der Beton an der Anschlagschiene sollten auch fest sein. Bei losen Betonteilen (Bild) kann es vorkommen, wenn Sie aus der Garage fahren wird ein solches Stück Beton vom Reifen mit genommen und liegt dann vor der Anschlagschiene, da normalerweise beim Wegfahren nicht gewartet wird bis das Tor ganz geschlossen ist, öffnet sich dieses wieder wenn das Tor auf einen Widerstand trifft bevor die Endlage erreicht wird, und steht dann Offen bis Sie zurückkommen.